Meine Garage

16.10.2018

 

Erinnerungen

Ich erinnere mich noch meiner Jugend der 70-iger Jahre: mein Onkel im Besitz einer Yamaha Zweizylinder mit violetter Rennverschalung, 2-Takter, sein Bruder eine Norton mit 6 Liter Motorenöl, wer ist der Schnellste von Brig auf den Simplon, ohne Geschwindigkeitsbegren-zung, mit über 200 km/h durch den Pfynwald, Schweissen mit Carbid, eine rote/silbrige MV-Agusta mit 4 Auspuff-Rohren in einem Schaufenster in Brig. Alle diese Eindrücke haben mich geprägt. Als Student habe ich mir eine Honda CB 250 für 800 CHF erschwingen können. Viele Jahre bin ich mit dieser Honda durch alle Schweizer Pässe gefahren, unglaublich mit einer Leistung zwischen 25 und 30 PS. Das waren noch die Zeiten, wo die Japaner mit Ihren schlechten Fahrwerken berüchtigt waren, ach das Schlängeln beim Hinterrad, man hat sich daran gewöhnt.  Aber es hat einfach Spass gemacht. Die ersten Erfahrungen mit Motorenzerlegung habe ich mit dieser Honda gemacht. Da ich keine Garage hatte, war mein Schlafzimmer, ein warmer und trockener Raum, bestens geeignet zur Zerlegung. Nur leider besitzt dieser Motor vor der Zerlegung einige Liter Öl, die sich schlussendlich über den Teppich ergossen haben und einen bleibenden Abdruck auf dem Parkett hinterlassen haben. Mutter hat es erst beim nächsten Teppich-wechsel  sehen können, da war ich längst aus dem Hause. Mein Vater sagte immer wieder zu meiner Mutter, ach lass den Jungen doch, das hält ihn von den «Beizen» fern.

 

den Niederlanden

Nachdem ich der Liebe meines Lebens (natürlich meine Frau) nach Holland

 

 

gefolgt war, habe ich meine Motorrad-Leidenschaft aus den Augen verloren, bedingt auch durch die flache Landschaft, keine Berge zum Touren. Da ich neben meiner Büroarbeit immer nach Projekten Ausschau gehalten habe, kam ich in Kontakt mit einem Oldtimerladen für englische Autos. Ich habe mir ohne irgendwelche Gutachten einen Triumph Tr4A zugelegt, man kann sagen eine Katze im Sack. Ich muss schon sagen die Restauration eines derartigen Vehikels ist unglaublich umfangreich, wenn man alles in eigener Regie umbaut. Alles ist viel grösser, schwerer und benötigt mehr Raum. Einzig die Lackierung habe ich machen lassen. Viele Wochenenden habe ich geopfert um dieses Vehikel zu restaurieren. Auch hier wieder, es hat Spass gemacht und ich habe viel gelernt.

 

Wieder in der Schweiz

Erst nach meiner Rückkehr in die Schweiz hat mich die Leidenschaft für das Motorrad wieder gepackt. Internet war schon etabliert und siehe, beim eifrigen «Googeln» fand ich die MV-Marke. Es hatte mich wieder, nur noch viel

 

 

 

schlimmer. Stellt euch vor, da wird man plötzlich nach all den Jahren mit einer F4 konfrontiert. Der Wandel von einer CB 250 auf diese Rakete, die nun in meiner Garage steht eine RR312, ist nicht vorzustellen. Aber ja, das Problem ist nur, wenn man ein derartiges Motorrad besitzt, was will man dann noch mehr? Eine Zweite mit etwas mehr PS, eine getunte Version? Nein! Ich brauche wieder ein neues Projekt!

 

Die eigene Werkstatt

Am Fahren selbst empfinde ich eigentlich nicht die grosse Begeisterung, für mich zählt mehr das drum herum, die Atmosphäre. Ich richtete mir eine komplette Werkstatt in der Garage ein (mein Auto draussen), mit allem Zubehör Hebebühne, WIG-Schweissen, Drehbank, Fräsmaschine,

 

 

automatische Stahlsäge, Werkzeugschrank mit allem, was man benötigt um Sachen selber herzustellen, was möglich ist. Drehbank und Fräsbank natürlich nicht in der Garage, aber in einem trockenen Raum im Wohnhaus. Ich hatte das Bild dieser Cafe-Racer-Werkstätten im Kopf, so etwas musste es werden. So die Garage war fertig und jetzt? Ich weiss an einer MV-schlüsselt man nicht, die ist einfach perfekt. Ich brauche wieder ein neues Projekt.

 

Restaurationsprojekt

Da ich doch vom italienischen Essen begeistert bin, musste eine weitere Italienerin her! Ein zweites Urgestein eine Ducati Monster 750 mit dieser «verflixten» Desmo-Steuerung stand plötzlich auf der Hebebühne. Was für ein Gefühl, dieses kleine Motorrad zu zerlegen. Im Vergleich zu meinem früheren Triumph Tr4A, alles viel kleiner mit weniger Gewicht, ein riesiger Vorteil. Ich wollte diesen Ducati-Motor verstehen lernen. Mit allen möglichen Handbüchern, You-Tube Videos und Empfehlungen von einem Ducati Spezialisten aus Basel, steht das Motorrad wieder auf den eigenen Rädern. Jetzt noch das Aussendesign. Ich dachte mir vielleicht wird es ein Lady-Bike, wegen des tiefliegenden Sitzes? Wie sieht so ein Lady-Bike aus? Welche Farben? Welche Formen? Wie gestalten?

 

 

 

Ein neues Projekt muss her!

 

Rollenstreckmaschine

Ich baue mir eine Rollenstreckmaschine. Mit diesem Gerät ist man in der Lage um z.B. Metalle nach Wunsch in eine gewünschte gebogene Passform zu bringen. Da ich allergisch auf Kunststoffe bin, liegt es natürlich auf der Hand sämtliche Kunststoffteile am Motorrad durch Alu zu ersetzen. Im Netz sind zahlreiche Modelle zum Nachbau zu finden. Das Material habe ich mir bereits eingekauft, jetzt noch der Zusammenbau, Messen, Schweissen und Schrauben. Dieses Projekt dauert noch an, ich erhoffe mir aber mit etwas Übung Wunder um die tollsten Formen der MV und der Ducati nachzubilden.

 

Was wünsche ich mir?

Ich hoffe dieser Artikel spornt Kollegen an auch eine Story «Meine Garage» zu verfassen. Vielleicht ergibt sich daraus ein kleiner Kreis, um sich zu treffen und über Probleme und Lösungen zu diskutieren und einander auszutauschen und zu inspirieren. Vielleicht hat jemand eine tolle Idee für mein Lady-Bike?


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